Zur Person:
Mein Name ist Jörn Patzak. Ich bin verheiratet und Vater von zwei Kindern. Meine Frau Marion Patzak ist Richterin am Amtsgericht Trier und dort für Jugendstrafverfahren zuständig. Unsere Tochter ist 22 Jahre alt, unser Sohn 19 Jahre alt.
Seit dem 1. Oktober 2014 leite ich die Justizvollzugsanstalt Wittlich, die größte Justizbehörde des Landes Rheinland-Pfalz. Mit mehr als 400 Bediensteten, rund 650 Haftplätzen sowie dem für Rheinland-Pfalz und das Saarland zuständigen Justizvollzugskrankenhaus mit 72 Behandlungsplätzen trägt die JVA Wittlich eine besondere Verantwortung innerhalb des Justizsystems.
Zu meinen Aufgaben gehören die Führung einer großen Behörde, die Personalverantwortung für mehrere hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Steuerung eines Haushalts im zweistelligen Millionenbereich. Die von der JVA betriebenen Arbeitsbetriebe erwirtschaften darüber hinaus jährliche Umsätze von rund drei Millionen Euro.
Neben den klassischen Führungs- und Verwaltungsaufgaben bin ich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Anstalt verantwortlich. Dazu gehören die Zusammenarbeit mit Print- und Onlinemedien, Fernsehproduktionen sowie die Kommunikation über soziale Medien. Ein Beispiel hierfür ist die von mir mitinitiierte Fernsehdokumentation „Eine Kleinstadt hinter Gittern“, die auf dem Nachrichtensender Welt ausgestrahlt wurde und auf YouTube mehr als 3,2 Millionen Aufrufe erreicht hat. Zum Beitrag
Meine berufliche Erfahrung hat mich gelehrt, Verantwortung zu übernehmen, unterschiedliche Interessen auszugleichen, Menschen zu führen und auch in schwierigen Situationen sachorientierte Entscheidungen zu treffen. Diese Fähigkeiten möchte ich zum Wohle der Stadt Wittlich und ihrer Bürgerinnen und Bürger einbringen..
Beruflicher Werdegang und Erfahrung:
Meine Wurzeln liegen in Trier. Nach dem Abitur am Max-Planck-Gymnasium im Jahr 1991 studierte ich bis 1996 Rechtswissenschaften an der Universität Trier. Nach meinem Zivildienst im Jugendhilfezentrum Mergener Hof absolvierte ich das juristische Referendariat, das ich 1999 mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen abschloss. Eine prägende Station war dabei ein mehrmonatiger Aufenthalt bei einem Strafverteidiger in Fort Worth, Texas, wo ich internationale Erfahrungen sammeln konnte und bis heute enge persönliche Kontakte pflege.
Meine berufliche Laufbahn begann am 1. Februar 2000 als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Trier. In den folgenden Jahren war ich überwiegend mit der Bekämpfung schwerer Kriminalität befasst, insbesondere im Bereich der Organisierten Kriminalität, der Betäubungsmitteldelikte sowie von Kapitalverbrechen. Von 2004 bis 2007 war ich zum Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe abgeordnet, anschließend zur Generalstaatsanwaltschaft Koblenz.
2013 wechselte ich in das Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz. Dort war ich als Organisationsreferent für die Struktur und Organisation der Gerichte und Staatsanwaltschaften des Landes verantwortlich. 2014 wurde ich zum Oberstaatsanwalt befördert und übernahm im selben Jahr die Leitung der Justizvollzugsanstalt Wittlich. Seitdem führe ich die größte Justizbehörde des Landes Rheinland-Pfalz. 2024 erfolgte meine Beförderung zum Leitenden Regierungsdirektor mit Amtszulage.
Neben meiner Tätigkeit als Behördenleiter wurde ich 2015 von der Landesregierung beauftragt, den Aufbau der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Birkenfeld organisatorisch zu begleiten. Innerhalb weniger Monate entstand dort eine Einrichtung mit einer Aufnahmekapazität von bis zu 1.400 Menschen. Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie wichtig entschlossenes Handeln, Organisationstalent und die Zusammenarbeit vieler Beteiligter in Krisenzeiten sind.
Meine fachliche Expertise bringe ich seit vielen Jahren als Autor, Referent und Berater ein. Seit 2010 bin ich Mitautor des Standardkommentars Patzak/Fabricius zum Betäubungsmittelrecht. Darüber hinaus war ich mehrfach als Sachverständiger und Berater für Bundesregierung und Bundestag tätig, unter anderem im Zusammenhang mit der Reform des Cannabisrechts.
Ein besonderes Anliegen ist mir die Förderung des juristischen Nachwuchses. Seit 2017 lehre ich Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Trier. Seit 2024 bin ich dort ehrenamtlicher Honorarprofessor. Zudem engagiere ich mich seit vielen Jahren als Prüfer in den juristischen Staatsexamina des Landes Rheinland-Pfalz.
Meine beruflichen Erfahrungen in Justiz, Verwaltung, Organisation, Personalführung, Krisenmanagement und Wissenschaft haben mich darauf vorbereitet, Verantwortung für eine Stadt zu übernehmen. Diese Erfahrungen möchte ich künftig für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wittlich einsetzen.
Sport, Ehrenamt und persönliche Interessen:
Sport hat mein Leben über viele Jahre geprägt und mir wichtige Werte vermittelt: Teamgeist, Disziplin, Leistungsbereitschaft, Fairness und Durchhaltevermögen.
Von 1989 bis 1998 gehörte ich zum Kader der ersten Mannschaft des TV Germania Trier beziehungsweise später des TVG Basketball Trier, dem Vorgängerverein der heutigen Gladiators Trier. Nach dem Aufstieg 1990 spielte ich in der Basketball-Bundesliga und absolvierte insgesamt rund 100 Bundesliga-Einsätze.
Zu den besonderen Höhepunkten meiner sportlichen Laufbahn zählen mein Bundesliga-Debüt im Jahr 1990, internationale Europapokalspiele in mehreren europäischen Ländern sowie der Gewinn des Deutschen Pokals 1998. Auf dem Weg zum Final Four durfte ich dabei auch gegen den späteren NBA-Superstar Dirk Nowitzki antreten.
Meine aktive Basketballkarriere ließ ich als Spielertrainer bei der MJC Trier ausklingen. Anschließend war ich noch im Amateurfußball aktiv, bevor eine schwere Verletzung meine Zeit als aktiver Mannschaftssportler beendete.
Auch heute spielt Sport in meinem Leben eine wichtige Rolle. Zu meinen Hobbys gehören Radfahren, Joggen und Golf. Im Golfclub Trier spiele ich in der Altersklasse 50 in der zweiten Mannschaft, die in der 4. Liga des Golfverbands Rheinland-Pfalz/Saarland antritt.
Neben dem Sport engagiere ich mich seit vielen Jahren ehrenamtlich. Besonders am Herzen liegt mir die Unterstützung des Kinderhospizes „nestwärme“ in Trier. Als Mitglied des Radteams habe ich an zahlreichen Benefizaktionen teilgenommen, um Spenden für die wichtige Arbeit der Einrichtung zu sammeln.
Von 2020 bis 2022 war ich als Basketball-Schiedsrichter tätig. Seit Juli 2022 engagiere ich mich als Sportrichter im Fußballverband Rheinland. Nach meiner Tätigkeit in der Verbandsspruchkammer gehöre ich heute dem Verbandsgericht an, dem höchsten Rechtsorgan des Verbandes.
Seit Januar 2025 bin ich zudem Vorstandsmitglied der Antonia Ruut Stiftung. Die Stiftung unterstützt weltweit nachhaltige Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen und fördert zugleich zahlreiche soziale Projekte in unserer Region, unter anderem das Hospizhaus Wittlich sowie Resozialisierungsprojekte der JVA Wittlich. Zudem kann ich mich seit 2019 als Mitglied des Rotary Clubs Mittelmosel-Wittlich in die Unterstützung von sozialen Projekten einbringen.
Für mein Engagement im Bereich Feuerwehr und Katastrophenschutz wurde mir im Jahr 2025 die Ehrennadel in Gold des Kreisfeuerwehrverbandes Bernkastel-Wittlich verliehen.
Neben Sport und Ehrenamt gehören Reisen und Lesen zu meinen persönlichen Interessen. Sie geben mir die Möglichkeit, neue Perspektiven kennenzulernen und den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu richten.
